Gefahrgut und gefährliche Abfälle

 

 


 " Ambulante Altwarenhändler"

Altbatterien, nass gefüllt mit Säure als gefährlicher Abfall in einem polnischen Kleintransporter. Neben ungefährlichen Fahrzeugteilen wurden die Abfälle der AVV 160601* illegal, ohne Genehmigung (Notifizierung) grenzüberschreitend befördert. Eine Kennzeichnung war ebenfalls nicht am Fahrzeug angebracht.  Zudem wurde gegen gefahrgutrechtliche Vorschriften verstoßen. Teilweise waren die Batterien bereits ausgelaufen. Die Schwefelsäure hatte sich auf dem Ladeboden verteilt. 

 

 


 "Krankenhausabfälle"

Krankenhausabfälle aus Irland in Kunststoffverpackungen. Die zulässige Verwendungsdauer war überschritten. Das Herstellungsjahr war mit 2005 angegeben. Häufig zerbrechen die spröden Verpackungen während des Transportes und es kommt zum Gefahrgutaustritt.

 


Undichte Kippermulde

Schlämme aus der chemisch- physikalischen Behandlung, die gefährliche Stoffe enthalten in loser Schüttung. Die Dichtung der Kippermulde war undicht, so dass der gefährliche Abfall in großen Mengen austreten konnte. Der Anteil der freien Flüssigkeiten war zu hoch.

  

 


Abfall und Gefahrgutrecht- passt nicht zusammen !

Leere, ungereinigte Behälter auf dem Rückweg zum Abfallerzeuger. Der Inhalt bestand ursprünglich aus Druckgaspackungen der UN 1950 als Abfall. Für den Transport zum Entsorger im gefüllten Zustand wurden die Sondervorschrift 327 in Anspruch genommen. Die Spraydosen wurden in Verpackungen aus einem geeigneten Werkstoff gefüllt, die eine ausreichende Festigkeit aufwiesen. Hierbei handelte es sich um Kisten aus Stahl nach 4A mit der Doppelcodierung IBC für feste Stoffe 11A. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich während des Transportes die Druckgaspackungen ohne Schutzkappen entluden und somit entzündbare Flüssigkeiten in den Behältern hafteten, wurden diese nach dem Entladen der Aerosole als leer und ungereinigt zurück geschickt. In den ASP befanden sich somit freie Flüssigkeiten der UN 1263 Farbe. Hierfür waren die Behältnisse aber nicht zugelassen. Der Transport war somit nicht zulässig. Die Codierung der IBC aus Stahl für flüssige Stoffe hätte lauten müssen 31A, 31B oder 31N.

 

 Transporter mit sogenannten ASP (IBC/Kisten aus Stahl) 

 

 Als IBC für feste Stoffe zugelassener "ASP" mit der Codierung 11A

 


 Giftgas im Container mit Aluminiumabfall

  

Klassifiziert war der Inhalt der Container als Nebenprodukte aus der Aluminiumherstellung; Ofenausbruch aus der Elektrolyse. Lt. Kennzeichnung und Eintrag im Beförderungspapier bilden sich in Verbindung mit Feuchtigkeit entzündbare Gase. Eine Messung der Containerluft ergab jedoch, dass sich im Innenraum hohe Konzentrationen des Ultragiftes "Phosphorwasserstoff" befanden. Es gab keinerlei Gefahrenhinweise auf dieses gefährliche Gut. Phosphin ist ein hochgiftiges Gas, welches auch als Begasungsmittel bei Überseecontainern eingesetzt wird

 


 Druckgefäße mit Acetylen als Abfall

  

Völlig marode Druckgefäße mit Acetylen, Ventile gelöst bzw. herausgedreht

 

 


 

Leicht entzündbare und giftige Abfälle in "Fässern"

 

Völlig marode, durchgerostete Fässer mit entzündbaren, giftigen Abfällen.

 

 


Verpackung! Eigenwillig interpretiert

Ätzende, flüssige Abfallreste in einem Kombinations- IBC. Der Kunststoffinnenbehälter war im oberen Bereich geschmolzen. Das Versandstück war undicht. Das Großpackmittel durfte in diesem Zustand nicht mehr zur Beförderung aufgegeben werden.

 

 


Transport von gefährlichen Abfällen ohne Notifizierung nach China

Beförderung von angeblich ungefährlichen Kunststoffverpackungen in einem Container nach China. Abfall der "grünen Liste", daher war keine Notifizierung nötig. Außen am Fahrzeug war lediglich die Kennzeichnung nach dem Abfallrecht angebracht. Tatsächlich waren zahlreiche zusammengepresste Verpackungen mit Säuren, selbstentzündlichen Abfällen und entzündbaren Flüssigkeiten geladen. Die Flüssigkeit tropfte aus dem Container.

 

In Ballen gepresste Kunststoffverpackungen; teilweise mit Gefahrzetteln nach Muster Nr. 3 und Nr. 8 und erheblichen Flüssigkeitsresten.

 

PH- Test des Inhalts eines Kanisters mit Flüssigkeitsresten. Inhalt: Phosphorsäure

 

Flüssigkeit aus dem Container tropfte auf den Parkplatz

 


Illegale Untermischung 

In den Mulden befanden sich lt. Papierlage ausschließlich restentleerte Farb- und Lackdosen. Der Transport in loser Schüttung erfolgte nach der Sondervorschrift 650. Die Kennzeichnung der Mulden erfolgt mit der 33/1263 und Placards nach Muster Nr. 3 (entzündbare Flüssigkeiten). Tatsächlich wurde bei der Überprüfung des Inhalts festgestellt, dass 14 mit Säure gefüllte 200L- Fässer, über 40 gefüllte Kanister mit Isocyanaten und zahlreiche ungereinigte Behältnisse mit organischen Peroxiden, untergemischt wurden. Von dem Transport ging während des Straßentransports eine erhebliche Gefahr aus.

 

 

 

Mulde mit Kennzeichnung für die Klasse 3, Farbe, und Placards nach Muster Nr. 3

 

 

Der Inhalt der Mulden bestand auf den ersten Blick aus leeren, ungereinigten Farb und Lackdosen

 

 

Unter den ungereinigten Behältern waren 200L- Fässer mit Säure illegal untergemischt. Außerdem befanden sich Zahlreiche gefüllte Kanister mit Cyanaten unter der Ladung

 

 


Giftmüll aus Thailand in maroden Fässern

Kunststofffässer mit einem giftigen Abfall wurden in einem Seecontainer aus Thailand zur Verwertung nach Deutschland verbracht. Die Verwendungsdauer der Verpackungen war überschritten. Um dies zu kaschieren, hatte man ein falsche Herstellungsdatum eingeprägt. Die Fässer waren stark deformiert; die Permeation des Gefahrgutes war deutlich sichtbar. Die Ladungssicherung in dem Container wurde nicht ordnungsgemäß durchgeführt. Es gab große Ladelücken zwischen den Versandstücken. Die mangelhaften Fässer mußten in Bergungsverpackungen gesetzt werden. Die Fahrt war für 2 Tage unterbrochen

Völlig deformierte Kunststofffässer mit einem giftigen Abfall. Es war zweifelhaft, dass die Verpackungen dem erforderlichen Stapeldruck noch standhalten konnten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutlich sichtbare Permeation. Der Abfall befand sich lt. Aufdruck bereits 5 Jahre in den Verpackungen.

 


Nicht das drin, was draußen dran steht

Der Abfalltransporter beförderte angeblich ausschließlich entzündbare, flüssige Abfälle der UN 1993, ohne weitere Nebengefahren. Sowohl die Papierlage als auch die Kennzeichnung auf den Kunststofffässern waren entsprechend. Beim Öffnen der Versandstücke kamen jedoch Abfälle mit völlig anderen Gefahreneingenschaften zum Vorschein. Es wurden erheblichen Mengen unterschiedlicher Säuren und Laugen festgestellt

  

 


Feuerwerkskörpern nach 1.3G in undichten Verpackungen

Feuerwerkskörper als Abfall zur Entsorgung wurden in einem Container transportiert. Die Beförderung erfolgte in "loser Schüttung". Die Versandstücke waren aufgerissen, durchgeweicht und verschimmelt. Teilweise war Schwarzpulver ausgetreten.

 

 

 


Transport von Farbschlämmen in IBC 11A für feste Stoffe

Die gefährlichen Abfälle wurden in IBC nach 11A befördert. Lt. Papierlage handelte es sich um Farb- und Lackschlämme. Die Einstufung erfolgte in die Klasse 4.1, UN 3175, feste Stoffe, die entzündbare Stoffe enthalten n.a.g. Die Kennzeichnung an den Großpackmitteln erfolgte mit Gefahrzetteln nach Muster Nr. 4.1. Der Inhalt stimmte nicht mit der Papierlage und der Kennzeichnung überein. Tatsächlich handelte es sich um einen flüssigen Abfall. Der IBC war hierfür nicht zugelassen. Die Dichtungen der so genannten ASP (Abfallsammelbehälter für pastöse Stoffe) halten die Flüssigkeiten nicht zurück. Es kommte zum Gefahrgutaustritt, wenn die Flüssigkeit unter den Deckel schwappt. Die Gefahren, die von dem gefährlichen Abfall ausgingen waren nicht bekannt. Die Einstunfung als UN 3175 war falsch.

 

 


Transport von Laborchemikalien aus Frankreich

Ein besonders brisanter Abfalltransporter, dessen Fracht nicht nur aus Laborchemikalien bestand die sogar - weil zusammen in einem Versandstück verpackt - miteinander hätten reagieren können:

Einige Beispiele der Ladung:

Dimethylsulfat,

Dimethylsulfat ist ein sehr giftiger Stoff, der auch beim Einatmen stark toxisch reagiert. Aufgrund des hohen Dampfdruckes können schon bei Raumtemperatur erhebliche Mengen in die Atemluft gelangen. Zudem sind krebserregende Eigenschaften nachgewiesen worden und durch Hautkontakt kann es zu allergischen Irritationen kommen. Dimethylsulfat verursacht auch Verätzungen.

mit Ammoniak zusammen in einem Versandstück,

eine basische Flüssigkeit, die bei Kontakt mit Säuren erhebliche Wärmeentwicklung verursachen kann. Zudem ist die Verbindung sehr giftig für die aquatische Umwelt.

Lt. Sicherheitsdatenblatt reagiert Dimethylsulfat mit Ammoniak. Es besteht Explosionsgefahr!

Zusammenpackung nach 4.1.10.4 ADR verboten, da die Stoffe gefährlich miteinander reagieren.

Weiterhin zusmmen verpackt waren: Trichloressigsäure / Kaliumcyanid / Zinkchlorid in Diethylether / UN 2789 Essigsäure Lösung 8 III ADR / UN 1282 Pyridin  3 II ADR / UN 2584 Akylsulfonsäure fest  8 II ADR / Tuluolsulfonsäureamid und Benzoesulfonsäure! Weiterhin wurden haushaltsähnliche Chemikalien mit verpackt, die zur Beförderung nicht genehmigt waren. 

 

Die gefährlichen Abfälle waren in insgesamt 155 Verpackungen (Verpackungsart: Fässer 200 l und 30 l) unsortiert eingesetzt. Glasflaschen mit Kunststoffgefäßen, feste mit flüssigen Stoffen (Säuren) waren zum Teil in inertes Material (Aufsaugmaterial) eingesetzt.

Die Belabelung mit Gefahrzettelmustern war ausnahmslos falsch. In Fässern mit Gefahrzetteln nach Muster 8 (Ätzende Stoffe) befanden sich Kanister mit Sonderabfällen die der Klasse 3 (Entzündbare flüssige Stoffe) und der Nebengefahr 6.1 (Giftige Stoffe). Auf den Fässern die mit  GZ waren die vorherigen Gefahrzettelmuster nach Klasse 9 (Umweltgefährdende Stoffe) nicht entfernt worden.

Da der Transport grenzüberschreitend war musste eine Genehmigung (Notifizierung) vorliegen. Die vorhandene Notifizierung entsprach  nicht den  gefahrgutrechtlichen Tatsachen.

Die angegebenen H- Codes und Bezeichnungen nach dem ADR Recht stimmten nicht mit den tatsächlichen geladenen Gefahrgütern überein. Die angegebenen H – Codes bestanden nur für die Klassen 3, 4.1, 6.1 und 8. Die ebenfalls mitgeführten gefährlichen Abfälle der Klasse 9 UN 3077 III waren nicht aufgeführt und somit abfallrechtlich nicht genannt! Die erforderliche Codierung nach H 10 bis H 13 war nicht eingetragen.

 

 

  

Ansicht der gesamten gefährlichen Abfälle auf dem Sattelzug

 

 

  

 

 

 

 

 

  

 

In der Notifizierung waren die Gefahrgutklassen 3 (6.1) angegeben. Irreführend waren die Gefahrzettel nach Klasse 9.

 

Bei diesem Beispiel zeigt sich, dass man den Kennzeichnungen an den Versandstücken nicht vertrauen darf. Im Schadensfall werden Maßnahmen getroffen, die ggfls. mehr Schaden als sie denn nützen!

 


Abfallaustritt aus einer undichten Heckklappe der Kippermulde

 

40 entzündbarer fester Stoff  UN 1325 Entzündbarer organischer fester Stoff, n.a.g.

 

In einer Mulde waren Abfälle geladen, die große Flüssigkeitsanteile enthielten. Die Gefahren, die von dem Abfall ausgingen, bestanden insbesondere in der entzündlichen und umweltgefährdenden Wirkung. Grundsätzlich sollten Abfälle, die in loser Schüttung befördert werden, eine feste bis pastöse Konsistenz haben. In der Regel sind die Mulden und Container im Bereich der Türen und Klappen aufrund beschädigter oder fehlender Dichtungen undicht. Daher kommt es bei diesen Beförderungsarten häufig zu Havarien. Die Schadensfälle haben enorme Auswirkungen. Nicht nur, dass es zu Gefährdungen der Verkehrsteilnehmer und der Umwelt kommt; es sind auch grundsätzlich umfangreiche und weiträumige Sperrmaßnahmen zu treffen

 


Gefahrgutaustritt durch unverschlossene Großpackmittel mit gefährlichen Abfällen 

Im Gegensatz zu gefährlichen Gütern, die in Verkaufverpackungen abgefüllt sind und als Produkte zu den Kunden befördert werden, werden Abfälle teilweise in alten Behältnissen von schlechter Qualität transportiert. In diesem Fall wurden dioxinhaltige Abfälle von Spanien importiert. Die Verpackungen waren aufgerissen, unverschlossen und auf den IBC und der Ladefläche befanden sich erhebliche Anhaftungen des Gefahrgutes.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Völlig ungesicherte IBC mit polychlorierten Biphenylen, gefährliche Abfälle der Klasse 9 ADR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Undichte Verpackung mit Gefahrgutaustritt. Die gefährlichen, dioxinhaltigen Abfälle hatten sich bereits verteilt

 


Verlust von giftigen Abfällen aus Tankfahrzeug

Aus einem undichten Ventil des Tanks floss die giftige Flüssigkeit auf den Parkplatz

Das Fahrzeug war mit Warntafeln und Gefahrzetteln nach Muster Nr. 6.1 gekennzeichnet

Undichtes Ventil im Heckbereich des Tanks

 

Die gefährlichen Flüssigkeiten waren bereits auf den Parplatz geflossen und stellten somit eine erhebliche Gefahr für Mensch und Umwelt dar