Gefahrgut und gefährliche Abfälle

"begaste Güterbeförderungseinheiten" 

(TRGS 512)

Hier möchten wir unsere Erfahrungen im Umgang mit begasten Beförderungseinheiten mitteilen. Ein Grundsatz hat sich hier bewährt: Nicht Öffnen, bei Havarie auf ausreichenden Sicherheitsabstand achten und ggfls. eine Freimessung über den Verantwortlichen Beförderer veranlassen. Insbesondere „Übersee“- Container werden mit verschiedenen Begasungsmitteln begast um Schädlinge, Viren oder Bakterien während des langen Transportweges abzutöten.

 

Zu den Begasungsmitteln gehören u.a.:

 

 

 

 

 

 

Einige der vorgenannten Begasungsmittel unterliegen nach dem ADR Recht dem Beförderungsverbot!

 

Bei diesen Stoffen handelt es sich um extrem giftige Gase, die bei der Aufnahme in geringen Mengen schwere Gesundheitsschäden verursachen können. Gerade bei Containern aus Übersee ist Vorsicht geboten. Textilien, Schuhe, Holz etc. werden gegen Schädlinge begast.

Hinweise ergeben sich aus der vorgeschriebenen Kennzeichnung im Bereich der Zugänge, zugeklebter Lüftungsschlitze (Vorsicht: diese können auch von innen zugeklebt sein!) und aus den  den Ladepapieren. Die Container sind jedoch in der Regel nicht gekennzeichnet. Hinweise in den Begleitpapieren sucht man vergebens. 

 

Vorschriften  „§§§“

Die CTU (Cargo Transport Unit) muss so verschlossen werden können, dass das Ausströmen von Gas auf ein Minimum reduziert wird.

Die mit der Handhabung befassten Personen müssen entsprechend ihrer Pflichten unterwiesen werden.

Begaste Container unterliegen ausschließlich den Sondervorschriften nach Kapitel 5.5 ADR, sofern sie keine anderen gefährlichen Güter enthalten

 

Dokumente müssen folgende Angaben enthalten

 

  • UN 3359 BEGASTE GÜTERBEFÖRDERUNGSEINHEIT (CTU), 9
  • Datum und Zeitpunkt der Begasung
  • Typ und Menge des verwendeten Begasungsmittels
  • Anweisungen für die Beseitigung von Gasrückständen

 

 

Die Papiere sind an keine Form gebunden. Sie müssen in Deutsch, Englisch oder Französisch ausgestellt sein.

Das Öffnen solcher Container kann durch fachkundige, sollte jedoch durch sachkundige Personen erfolgen. Begaste Container dürfen nur von Personen freigegeben werden, die mindestens die Sachkunde nach TRGS 512 erworben haben!

 

 Achtung!

Neben Begasungsmitteln können sich während des Transports im Innenraum des Containers auch andere gesundheitsgefährliche chemische Stoffe infolge von Produktausdünstungen Dampf- bzw. Gasförmig anreichern, z. B. Lösemittel und Monomere aus Kunststoffprodukten (Styrol, Butadien, Ammoniak, Xylol, Benzol u.a.m.) oder chemische Stoffe aus Reaktionen.

Hinweis auf Begasung: zugeklebte Lüftungsschlitze beim Container dann muss zwingend eine Freimessung durch einen Sachkundigen erfolgen!

 


 

Kette zu Sicherung der Hecktüren vor dem Öffnen anlegen

 

 


Gefahren beim Öffnen von Containern ohne Sicherungskette

 


Nichteinhaltung der Sicherheitspflichten

In verschiedenen Stellen des ADR Rechts befinden sich Hinweise und Vorschriften für die Verhaltensweisen der Beteiligten im Schadensfall. Hiernach hat der Fahrzeugführer im Schadensfall unverzüglich die Rettungskräfte zu verständigen und diese über das Ausmaß des Schadens zu informieren. Diese Verpflichtung ergibt sich ebenfalls aus den Vorgaben in den schriftlichen Weisungen.

Dieser Pflicht kann der Fahrer definitiv nicht nachkommen, wenn er lediglich seiner Heimatsprache mächtig ist. Er ist nicht in der Lage, der Rettungsleitstelle telefonisch die entsprechenden Daten und seinen Standort zu übermitteln. Dieser Umstand birgt erhebliche Risiken. Sind Menschenleben in Gefahr kann es lange Zeit dauern bis Rettung naht.

Es ist daher zwingend erforderlich diesen Mißstand zu beheben. Abhilfe könnte eine elektronische Erfassung des Ladegutes in der Telemetrie der Beförderungseinheit und eine Ortung des Standortes über GPS schaffen. Mit einem "Knopfdruck" könnten die Daten an die zuständige Leitstelle geschickt werden.